Green-Controlling-Preis 2015 an Telekom, VAUDE und Voith

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Die Green-Controlling-Preisträger 2015 (v.l.n.r.): Siegfried Gänßlen, ICV-Vorsitzender; Erwin Gutensohn, CFO Vaude; Isabel Stiefenhofer, Controlling Vaude; Dr. Heinz-Gerd Peters, Sustainable Development, Dt. Telekom; Silke Thomas, Sustainable Finance, Dt. Telekom; Torsten Kallweit, Leiter Nachhaltigkeit, Voith GmbH; Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth. (Bild: www.konferenzfotografie.de)

Der Green-Controlling-Preis geht 2015 erstmals an drei Unternehmen: die Deutsche Telekom AG, VAUDE Sport GmbH & Co. KG sowie an die Voith GmbH. Der alljährlich von der Péter Horváth-Stiftung gestiftete und mit 10.000 EUR dotierte Preis wurde in diesem Jahr um 5.000 EUR aufgestockt, so dass jeder Preisträger am 23. September auf dem Controlling-Forum Stuttgart 5.000 EUR in Empfang nehmen konnte. Den Preis überreichten Péter Horváth, Jury-Vorsitzender, und Siegfried Gänßlen, Vorsitzender des Internationalen Controller Vereins (ICV).

Unter dem Motto „Mit grünen Themen zu schwarzen Zahlen!“ lobt die Péter-Horváth-Stiftung alljährlich in Kooperation mit dem Internationalen Controller Verein (ICV) den Green-Controlling-Preis aus. Zur Förderung der Auseinandersetzung des Controllings mit der „grünen Herausforderung“ werden Controller bzw. Controllerteams für die innovativste und effektivste „grüne“ Controlling-Lösung zur Gestaltung und Steuerung von ökologischen Strategien, Programmen, Projekten und Maßnahmen in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ausgezeichnet.

Deutsche Telekom AG: Green-Controlling für konzernweite Transparenz

Die Deutsche Telekom AG hat das konzernweite Klimaschutz-Ziel, CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 2008 um 20% zu reduzieren (Konzern Deutsche Telekom ohne T-Mobile US). So genannte „Energiecluster“ beschreiben die Haupttreiber: Effizienzsteigerung bei Netzinfrastruktur und Rechenzentren; Energiemanagement der Gebäude und IT; klimaschonende Ausrichtung der Fahrzeugflotte und Reisetätigkeiten.

Das „grüne Controlling“ ist in einem Management-Regelkreis aufgebaut, in dem Maßnahmen geschärft und neu priorisiert bzw. neu definiert werden. Das SAP-System wurde bereits in 2011 zur Erfassung von ESG-Daten („Environment, Social, Governance“) erweitert. Der ESG-Datenprozess wurde prozessual an den Finanzda-tenprozess angedockt. Damit wurde – über das Monitoring des Klimaschutz-Ziels hinaus – die Voraussetzung zur Integration von ESG-KPIs (Key Performance Indikator – Leistungskennzahl) in den Geschäftsbericht geschaffen. Das SAP-System bietet zudem eine Abweichungsanalyse gegenüber den jährlichen Zielwerten.

Die Green-Controlling-Lösung ermöglicht die transparente und zeitnahe Information von Vorstand und Top-Management über die Entwicklung und auch über etwaige Handlungsbedarfe bezüglich Klimaschutz-Ziele. Durch das Klimaschutz-Monitoring lässt sich bei Bedarf die Notwendigkeit für kompensierende Maßnahmen zur Erreichung des Klimaschutz-Ziels verdeutlichen. Insgesamt leistet die Green-Controlling-Lösung dadurch einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Senkung der Energiekosten im Konzern und zur Senkung der CO2-Emissionen.

VAUDE: Green-Controlling im Unternehmenssteuerungsprozess integriert

Der nachhaltig innovative Outdoor-Ausrüster VAUDE verfolgt eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie, die in allen Unternehmensbereichen umgesetzt wird, im gesamten Produktlebenszyklus ebenso wie am klimaneutralen Firmenstandort Tettnang.

Bei VAUDE ist Green-Controlling komplett im Unternehmenssteuerungsprozess integriert: auf allen Ebenen und nicht als separates System. Betrieben von einem interdisziplinären CSR-Team und Fachbereichs-Controllern unterstützt es den Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Das Green-Controlling wird als KVP – kontinuierlicher Verbesserungsprozess – und als Innovationstreiber genutzt.

Bei Konzeption, Implementierung und Anwendung spielt das klassische Controlling eine Schlüsselrolle. So hat die Stabsstelle Controlling das Ziele-System – inklusive der Nachhaltigkeitskennzahlen – zusammen mit der Stabsstelle Unternehmensentwicklung und der Geschäftsleitung konzipiert und umgesetzt. In enger Zusammenarbeit von Controlling, Unternehmensentwicklung, Umweltbeauftragten und CSR-Verantwortlichen wurden auch die Kennzahlen für die „grünen Ziele“ entwickelt. Messung, Nachverfolgung, Analyse grüner KPIs koordinieren die Stabsstellen Controlling und Unternehmensentwicklung. Diese sind auch in die Entwicklung von Investitionsanträgen – Beachtung grüner Aspekte bei Rentabilitätsrechnungen – involviert.

Voith GmbH: Transparenz sorgt für „Competitive Spirit“

Das im Voith-Konzern etablierte Green-Controlling hat wesentlichen ökonomischen und ökologischen Nutzen gebracht und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt. Maßnahmen zur Energie-, Wasser- und Materialeffizienz haben jährliche Einsparungen von 6,5 Mio. EUR generiert.

Die Green-Controlling-Lösung bei Voith zeichnet eine durchgängige Verbindung eines Top-down- mit einem Bottom-up-Ansatz aus: Im Top-down werden durch standortübergreifende Analysen, Vergleiche mit anderen Unternehmen und Best Practices übergeordnete Konzernziele definiert. Der Bottom-up-Ansatz greift durch standortindividuelle Analysen potenzialgerechte Maßnahmen zur Erreichung der grünen Konzernziele auf.

Der etablierte Controlling-Zyklus wurde aus dem klassischen Finanz-Controlling auf das Green-Controlling übertragen. Erfolgsgrundlage ist die konzernweit einheitliche IT-seitige Umsetzung des Green-Controlling-Prozesses. Hochgradige Transparenz gibt Hinweise auf Best Practices und schafft einen „Competitive Spirit“ zwischen den Standorten.

Auseinandersetzung des Controllings mit Nachhaltigkeit fördern

Der Umweltschutz gilt heute nicht mehr nur als ein Kostenfaktor, sondern die umweltgerechte Ausrichtung des gesamten Unternehmens ist als langfristiger Erfolgsfaktor zu sehen, der neue Chancen auch am Absatzmarkt eröffnet. Die grüne Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten stellt das Controlling vor die Herausforderung einer grünen Planung, Steuerung und Kontrolle. Hier bedarf es innovativer Ansätze, Methoden und Ideen im Sinne eines „Green-Controllings“. Controller sollten die Umsetzung grüner Ziele methodisch, instrumentell und beratend unterstützen. Die Erzeugung von Transparenz mit Hilfe der richtigen Kennzahlen, der Nachweis der Wirtschaftlichkeit und die Bewertung des ökologischen Erfolgs sowie die Integration grüner Inhalte in alle Entscheidungsprozesse gelten als wesentliche Aufgaben.

Der Green-Controlling-Preis wird seit 2011 verliehen. Die Jury leitet Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth (Horváth AG, IPRI gGmbH), Leiter der ICV-Ideenwerkstatt. Die Preisträger sind: Deutsche Post DHL (2011), Hansgrohe SE (2012), Volkswagen AG (2013), Flughafen Stuttgart GmbH (2013), Takata AG (2014), STABILO International GmbH (2014), Deutsche Telekom AG, VAUDE Sport GmbH & Co. KG sowie Voith GmbH (alle 2015).

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