Controlling ist ein Peoples Business’, deshalb sind Lernen und stetiges Anpassen der Skills und Tools für Sonja Wallner, CFO von A1 Telekom, die adäquaten Zeichen der Zeit. „Wir können die Entwicklung nicht aussitzen: Transformation, Datenzentrierung und Digitalisierung sind gekommen, um zu bleiben“ – auch im Controlling.

Sonja Wallner, „waschechte Controllerin“, hat den Teilnehmenden des 45. Congresses der Controller zunächst Portolio und Marktsituation des Telekommunikationsdienstleisters vorgestellt. Die  Telekom Austria Gruppe bietet Telekommunikation, TV, Smart Home, Payment Services, Connectivity, Security, IT-Services sowie Cloud-Services an. Auch für A1 sei das vergangene Jahr ein herausforderndes gewesen, habe es doch die VUCA-Welt deutlich verschärft und dem Dienstleister zudem neue Wettbewerber, neue Regulatorien und ein neues Telekommunationsgesetz beschert. Zudem hätten sich Kundenbedürfnisse stark geändert, 24-Stunden-Online-Services wie Chatfunktionen etwa haben einen Boost erfahren.

Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass A1 seine Unternehmensstrategie in den Grundzügen nachgeschärft hat: „Wir haben den Anspruch, das Leben unserer Kunden zu unterstützen und arbeiten deshalb sehr kundenzentriert“, sagt Sonja Wallner. Man habe erkannt, dass im Unternehmen „das Gold des 21. Jahrhunderts“, die Kundendaten vorhanden sind, und dass diese zur Verbesserung des Kundenwohls genutzt werden können und müssen – immer mit Fokus auf „Digital first“, von der Kundenbeziehung bis hin zur Technik.

Im Bereich Finance leitet sich die Strategie aus der Unternehmensstrategie ab. Die Busines-Units werden durch die Finance-Units unterstützt. Alle Entscheidungen und Handlungen werden unter dem Gesichtspunkt „Werte schaffen und erhalten“ getroffen. „Finance ist der Business Partner für das Unternehmen“. Ziel sei es, Kostenstrukturen und Profitabilität zu verbessern. Der derzeitige Fokus liege dabei auf Working Capital und Cash Flow.

Finance will dazu beitragen, die Unternehmenseinheiten und Mitarbeiter fit zu machen für die Zukunft. Dazu werden Selbstorganisierung und Eigenverantwortung gefördert. Daten werden governance-konform demokratisiert und in die Fachbereiche gegeben nach dem Prinzip: „Data to value“. Walllner: „Wir haben Daten zu oft missbraucht, um unsere Thesen zu bestätigen“. Dieser Ansatz werden umgekehrt, um sicherzustellen, nicht immer die gleichen Wege zu gehen, sondern neue zu finden.

Organisationsentwicklung finde deshalb auch nicht mehr am Reißbrett statt, sondern in Teams, die in maximal 7 bis 8 Personen mit agilen Methoden arbeiten. Jeder Financebereich fokussiert seinen Beitrag zur Strategie und kommuniziert sie auch regelmäßig, immer hinterlegt mit klaren KPIs und Halbjahreszielen.

Zur Weiterentwicklung der Mitarbeiter sorgen Business-Partnering und die Ausrichtung nach T-Shapes – also das Ziel eines breiten und tiefen Wissens mit einer fundierten Basis. Die dafür bereitgestellten Trainings-on-the-job in den Business Units sorgen für eine wachsende Lernkultur und ermöglichen die persönliche Bereicherung des Einzelnen. „Diese Haltung und Entwicklung wurde im Unternehmen gut implementiert und wird von allen getragen und im Unternehmen gepusht“, betont die CFO.

Dabei hat Controlling, auch unter dem Credo „Digital First“, die zentrale Aufgabe zu sichern, dass Maßnahmen umgesetzt werden und die Ergebnisse effektiv und effizient erreicht werden. Die Basis für das Business-Modell sei dabei die Überzeugung, dass Automatisierung und Digitalisierung neue Daten liefern, die das Gold des 21. Jahrhunderts sind. Reporting, Planung, Predictive-Aspekte werden genutzt, um Ressourcen mit bestehenden und neu hinzugefügten Daten zu schonen .

Organisationsentwicklungen und -anpassungen sind bei der A1 an der Tagesordnung, um die Transformation zu schaffen. Dazu gehören auch Weiterentwicklungen im Controlling. Ein ausgefeiltes Lead-System sorgt dafür, dass die Mitarbeiter in neue Themen eintauchen können. Für das Unternehmen sei die neue, breite Aufstellung von Ressourcen und Know-how sehr wertvoll, aber auch für die Mitarbeiter, da nun beispielsweise auch „Shared Work“ angeboten werden könne. So werde ein Potenzial an Mitarbeitern gehoben, das sich früher nicht für Controlling interessiert habe.

Immer wieder betont Sonja Wallner die Bedeutung von neuen Skills im Controlling, sowohl für die Produkte, für die Tools, aber eben auch für die Mitarbeiter: „ Wir haben keine Stellenbeschreibungen mehr, sondern nur noch „Skill-Profile““ Diese dienen auch als Basis für die weitere Ausbildung, etwa seit mehr als acht Jahren in Form einer Qualifzierungs-Initiative.

Digitalisierung unterstützt natürlich auch bei A1 das Controlling. Auf der Produktseite sei man nun etwa beim Abschlussprozess sehr viel schneller mit dem Monatsabschluss fertig, und das ganz ohne Schätzungen. Dazu komme, dass eine schnellere Fehlerentdeckung möglich werde, genauso wie von robotics unterstützte automatisierte Reports.

Im Bereich Revenue prediction können laut Sonja Wallner 2/3 der Umsätze bereits vorhergesagt werden. Die Anomaly detection untersucht die Daten auf Ausreißer. Über RPA mobile offers werden unterschiedliche Kenndaten und Nutzungsdaten durch Roboter zugeführt. So können Angebote schneller erstellt werden.

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