(Dr. Hans-Jürgen Hillmer hat sich 2019 als Live-Blogger vom 44. Congress der Controller zur Verfügung gestellt.)

Im Themenzentrum B stand unter der Moderation von Prof. Dr. Uwe M. Seidel (OTH Regensburg, Leiter ICV-Arbeitskreis Süd I) zunächst die Frage im Mittelpunkt, wie über eine moderne Bewertungsmethodik im Unternehmen die Modellierung der Zukunft gelingen kann. Die Ausgangslage ist einfach gesagt die, dass für Entscheidungen Ertrag und Risiko gegeneinander abzuwägen sind. Dabei ist die Bewertungsmethodik das Handwerkszeug für die konsistente Auswertung unternehmensinterner Informationen und die Überführung der unsicheren Zukunft in einen Wert.

Unternehmerische Entscheidungen sind stets Entscheidungen unter Unsicherheit und erfordern eine adäquate Betrachtung der unsicheren Zukunft (Risikomessung). Die Entscheidungen basieren auf der prognostizierten Performance und bestimmen den Risikoumfang eines Objekts, Projekts, Portfolios oder Unternehmens. Performancemaße (wie der Unternehmenswert) verbinden erwartete Erträge und Risiken. Probleme mit kapitalmarktorientierten Bewertungsverfahren wurden in der Informationsrelevanz der Kapitalmarktdaten (Der Kapitalmarkt kennt die Risiken des Unternehmens besser als das Unternehmen selbst!?), in der Fortschreibung der Vergangenheit (Historische Aktienrenditeschwankungen sind nicht repräsentativ für die Zukunft, insbesondere bei Akquisitionen aufgrund Synergien und Risikodiversifikationseffekte) sowie in der Diskrepanz von Theorie und Praxis (t heoretisches Modell mit vereinfachten, damit teils realitätsfernen Annahmen, z.B. vollkommener Kapitalmarkt) herausgearbeitet. Den Einsatz des Financial Modeling und von Simulationsverfahren veranschaulichte Philipp Moecke (Leiter Valuation Services, FutureValue Group AG, Leinfelden-Echterdingen) an einem Fallbeispiel. Auf dieser Basis wurden Vorteile einer risikogerechten simulationsbasierten Beurteilung von unternehmerischen Entscheidungen wie folgt aufgeführt:

  • Erfüllung gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 AktG / IDW PS 340 und § 93 AktG und damit Reduzierung persönlicher Haftungsrisiken von Vorstand/Geschäftsführung und Aufsichtsrat.
  • Konsistente Auswertung des Status Quo (Basisszenario) und der Zukunftsperspektive (Handlungsoption) sowohl aus Perspektive der Gläubiger (Rating) als auch der Eigentümer (fundamentaler Ertragswert als Erfolgsmaßstab).
  • Frühzeitige Erkennung bestandsgefährdender Entwicklungen / Krisenfrühwarnsystem: Ratingprognosen für Basis- und Stressszenario sowie Beurteilung der finanziellen Stabilität (Fremdfinanzierung) durch Analyse der Einhaltung von Kreditvereinbarungen (Covenants) und Erreichen eines Mindestratings
  • Transparenz über Chancen und Gefahren (Risiken)
  • Simulationsbasierte Bestimmung (Monte-Carlo-Simulation) des aggregierten Gesamtrisikoumfangs (Eigenkapitalbedarf)
  • Auswertung der Kombinationseffekte von Risiken im Zeitverlauf
  • Erwartungstreue Planung (wie im IDW S 1 gefordert) und Bandbreitenplanung
  • Indikatives Finanzstärkerating / Direktrating
  • Prognose der Erreichung eines Zielratings

Auch simulationsbasierte Entscheidungen haben aber das Problem der Verwendung angemessene Finanzierungszinssätze und der Ermittlung risikogerechter Kapitalkosten ausgehend vom zukünftigen Ertragsrisiko (Ertragsvolatilität).

Weitere Themen waren „Transaction ready als Prinzip der strategischen Unternehmensführung“ (Vortrag der Alpiq AG, Olten, Schweiz) sowie „Profitables Wachstum – Controlling und Management als erfolgreiches Tandem“, zu dem Johannes Wild (Head of Controlling Industrial Safety, SICK AG, Waldkirch) und Berthold Ketterer (Senior Vice President Industrial Safety, SICK AG, Waldkirch) ihre Einschätzungen vortrugen.
Zur Transaction-ready-Thematik wurde erklärt, warum der Strukturbruch in der Energiewirtschaft eine M&A-Welle ausgelöst hat und wie die M&A-Philosophie für die Unternehmensführung Wert generiert kann. Sodann wurden insbesondere die Fragen beantwortet, warum es sich lohnt, Geschäftseinheiten „transaction ready“ zu halten, und was die Controllingfunktion von M&A-Prozessen lernen kann.

Wild/Ketterer beschrieben Erfolgsfaktoren entlang der Management- & Controlling Prozesse sowie besondere Anforderungen an das Management und das Controlling in der VUCA World

(Dr. Hans-Jürgen Hillmer offered himself as a live blogger from the 44th Congress of Controllers 2019.)

After lunch the Cluster B was moderated by Prof. Dr. Uwe M. Seidel (OTH Regensburg, Head of the ICV work group South I). The first question in focus was how a modern evaluation methodology in the company can succeed in modeling the future. The starting point is simply that for the decision returns and risks have to be balanced against each other. The evaluation methodology is the tool for the consistent evaluation of internal company information and the transformation of the uncertain future into a value.

Entrepreneurial decisions are always made under uncertainty and require an adequate consideration of the uncertain future (risk measurement). The decisions are based on the forecasted performance and determine the risk scope of an object, project, portfolio or company. Performance measures (such as enterprise value) combine expected returns and risks. Problems with capital market-oriented valuation methods were worked out in the information-relevance of the capital market data, in the continuation of the past as well as in the discrepancy of theory and practice. Philipp Moecke (Head of Valuation Services, FutureValue Group AG, Leinfelden-Echterdingen) illustrated the use of financial modeling and simulation methods in a case study.

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