Controlling im Krankenhaus

Dipl.-Kff. Ines Manegold, Vorstand, KABEG – Krankenanstalten Betriebsgesellschaft, Klagenfurt, berichtet über ein steuerungsrelevantes Controlling und die Unterstützung der strategischen und operativen Entscheidungsfindung im Krankenhaus.

Folgenden Auftrag erhielt Frau Manegold zu Beginn ihrer aktuellen Position: 5 Krankenhäuser sollten zu einem Krankenhaus zusammengeführt, bei Standortsicherung für jedes Krankenhaus und Kündigungsschutz. Der Controller-Service hat dabei wesentlich unterstützt.

Wesentliche Aussagen:

– Sparen Sie nicht beim Cent beim Essen oder bei der Sauberkeit im Krankenhaus. Sie riskieren die Kundenzufriedenheit. Putzfrauen sind wichtige Gesprächspartner der Patienten.
– Im Krankenhaus können nur die Kosten und die Anzahl der Leistungen gesteuert werden, da der Erlös pro Leistungseinheit vorgegeben ist.
– Das Krankenhauscontrolling ist für die betriebswirtschaftliche Planung, Steuerung und Kontrolle sowie für die Informationsversorgung des Krankenhauses zuständig.
– In Österreich ist die Kostenrechnung im Krankenhaus stärker ausgeprägt als in Deutschland
– Im Krankenhaus muss sich der Controller kommunikativ auf verschiedene Ansprechpartner (Ärzte, Apotheker, Einkäufer, Schwestern, etc.) einstellen
– Wirksames Controlling umfasst weit mehr als das Präsentieren und Interpretieren von Zahlen
– Morgens hat der Vorstand zum Start des Tages alle relevanten Informationen (des Vortages) auf dem Bildschirm
– Der Schnelligkeit ist im Zweifelsfall vor einer übertriebenen Genauigkeit der Vorzug zu geben (80:20 Regel)
– Um ihren Steuerungszweck zu erfüllen, müssen Berichte folgende vier Kriterien erfüllen:
    – Berichte müssen die drei Informationskategorien “Plan”, “Ist” und “Wird (Forecast)” enthalten
    – die kommunizierten Informationen müssen mit einer Ursachenanalyse versehen sein
    – die Ergebniswirksamkeit der Abweichungen muss verdeutlich werden
    – die Unternehmensziele und festgelegten Maßnahmen müssen mit den berichteten Zahlen in Verbindung gebracht werden

– Um nicht von Zahlenlawinen überrollt zu werden und den Blick fürs Wesentliche zu behalten, kann man z.B. bei Abweichungsanalysen mit Toleranzgrenzen arbeiten; das bedeutet, dass in der Planung für einzelne Berichtspositionen Schwankungsbreiten festgelegt werden, die als normal bzw. zufallsbedingt angesehen werden.
– Je höher die Hierarchieebene, desto verdichteter die Informationen
– idealerweise wird die Hierarchie auch beim Berichtsversand elektronisch unterstützt
– für die Berichtskommunikation bedarf es auch einen regelmäßigen Informationsaustausches – idealerweise in Form eines zweimonatigen Controlling-Gesprächs mit den budgetverantwortlichen Managern.
– Wenn trotz regelmäßiger Berichterstattung und Steuerungsgesprächen die Kosten die Erlöse übersteigen, muss man zu alternativen Methoden der Prozesssteuerung greifen: dem Target-Costing.
– Patienten sollten heute mutiger und aufgeklärter auftreten.

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