Ewiges Thema: Entscheidungsrelevanz von Vollkosten

Immer wieder gibt es hitzige Diskussionen über die Entscheide auf Basis von Kosten, insbesondere bei Vollkosten pro Stück, d.h. Kostensätzen. Die Lösung des Themas kann dabei recht einfach sein, nämlich indem man die Betrachtungsebene „pro Stück“ verläßt und den Blick auf den Cash Flow der organisatorischen Einheit für eine Betrachtungsperiode wirft. Wie sieht der Cash Flow für die zu betrachtende organisatorische Einheit aus, wenn man diesen Artikel weiterhin im Sortiment behält, bzw. die (interne) Dienstleistung weiterhin selbst erbringt? Dagegen stellt man den Cash Flow, der sich ergibt, wenn man den Artikel bzw. die Dienstleistung aufgibt bzw. zukauft. Es ist der Entscheid zu wählen, der für die organisatorische Einheit zu einem günstigeren Cash Flow fühlt. Ergänzend wäre dieser Entscheid durch eine Mehrjahresbetrachtung zu erweitern: Wie sieht es zum Reinvestionszeitpunkt (!) aus, wenn der Cash Flow nicht ausreicht, eine Amortisation und Verzinsung einer Ersatzinvestition zu gewährleisten. Bis dahin können aber noch einige Jahre vergehen und sich evtl. der Markt “drehen”. Fixkosten bzw. Vollkosten pro Stück führen aufgrund zweifelhafter Schlüssel und nicht entscheidungsrelevanter Abschreibungen („sunk costs“) häufig zu Fehlentscheidungen. Sind Fixkosten pro Stück vielleicht sogar eine Desinformation des Managements? Urteilen Sie bitte selber! 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.