Gesamtunternehmensinteresse vor Bereichsinteresse

– auch in der Profit-Center-Organisation…. Durch eine Profit-Center-Organisation werden zusätzliche Märkte innerhalb von Unternehmen geschaffen, die vor allem eine schlanke Organisation und die marktpreiskonforme Erstellung von Leistungen und Dienstleistungen unterstützen sollen. Dazu werden Profit-Center-Chefs eingesetzt, die eine sub-unternehmerische Zuständigkeit für ihr jeweiliges Profit-Center übernehmen. Der Profit-Center-Chef wird maßgeblich am Ziel seines Profit-Centers gemessen und somit ist er auch an einer Maximierung seines Profit-Center-Ergebnisses interessiert. Dieser “Bereichsegoismus” darf aber nicht zu Lasten des Gesamt-Unternehmens gehen. Sind zum Beispiel Vorstufen oder interne Dienstleistungsbereiche nicht ausgelastet, deren Verrechnungssätze für zu beziehende Waren und Dienstleistungen aber höher als aktuelle Angebote von externen Dritten, könnte der Profit-Center-Chef dazu neigen, sein Profit-Center-Ergebnis durch den aus seiner Sicht günstigeren Zukauf von Außen, im Vergleich zum internen Bezug von einer “verbundenen” Einheit, zu verbessern. Für das Gesamt-Unternehmen kann sich dadurch jedoch eine Ergebnisverschlechterung ergeben: Eigene Ressourcen sind nicht ausgelastet, auszahlungswirksam und kurzfristig nicht abbaubar und zusätzlich kommen auszahlungswirksame Kosten von Außen hinzu.

Aufgabe des für das Profit-Center zuständigen Controllers wäre es nun, falls sein Profit-Center-Chef in diesem Fall nicht an das Gesamt-Interesse des Unternehmens denkt, unter seiner “Controller-Bereichsmütze” ein “Controller-Gesamtmütze” zu tragen, die sich um das Gesamtinteresse des Unternehmens bemüht. Welche Entscheidungsalternative führt für das Gesamtunternehmen zu einer möglichst guten Zahlungsdifferenz (Cash Flow)? Sind zum Bespiel für mehrtägige Dienstfahrten die privaten PKW der Mitarbeiter mit Kilometergelderstattung, Mietwagen einer Autovermietung oder Firmenwagen aus einem nicht-ausgelasteten Firmenfuhrpark zu nutzen, auch wenn die Kosten für die Nutzung der Firmen-Pkw (per Verrechnung) aus Sicht des Profit-Centers höher sind als die Kilometergelderstattungen oder die Mietwagengebühren. Der Controller kennt die für den jeweiligen Entscheidungsfall relevanten Größen bzw. kann sie in Zusammenarbeit mit Controllern anderer involvierter Einheiten ermitteln – auch für das gesamte Unternehmen. Relevant ist dabei immer, was sich durch die Entscheidung für das Gesamtunternehmen ändert.

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