Claudia Maron, Vorstandsmitglied des ICV und Head of Governance bei DATEV, gab zu Beginn ihrer Moderation eine Einführung in das Thema „Künstliche Intelligenz“. Sie betonte, dass KI aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sei und präsentierte drei Blitzlichter zu dessen Einsatz. Die Moderatorin ging dabei auf das Internet-of-Things ein, erwähnte Remote-Jobs und Robotics as a Service. Claudia Maron ist sich sicher, dass Künstliche Intelligenz die Welt der Unternehmen und die Finanzorganisation verändert.

KI im Controlling

Die Referierenden Prof. Dr. Ronald Gleich und Stefan Tobias, beide Leiter der ICV Ideenwerkstatt, konnten das nur bestätigen. In ihrem Vortrag „KI im Controlling –

Potenziale, Entwicklungsstufen, Anwendungen“ erläuterten die Experten, welche neuen Wege sich durch KI für das Controlling ebnen.

Prof. Dr. Ronald Gleich, Forschungsdirektor Center für Performance Management & Controlling an der Frankfurt School of Finance & Management, referierte zunächst über die Merkmale von schwacher und starker KI und nannte entsprechende Beispiele. Zudem teilte er den aktuellen Status-Quo: Die KI ist noch nicht vollends im Controlling angekommen.

Dass sich aber in der gesamten Finanzwertschöpfungskette viele Anwendungsfälle identifizieren lassen, bewies sein Mitreferent Stefan Tobias, Unit-Leiter bei Horváth & Partners. Er berichtete vom „Sales Predictor“, „Cash Flow Predictor“ und dem AI based Reporting. Zwar ist nach seiner Meinung noch nicht alles hinreichend miteinander verzahnt, aber zum Ende der Dekade wird die KI die Unternehmenssteuerung fest im Griff haben. Mit Predictive Forecasts ist das Controlling bereits auf einem guten Weg. Stefan Tobias ist überzeugt: „Die Zukunft wird FACT: Fast & Flexible, Autonomous, Connected.“ Claudia Maron gab dem Referenten-Duo zudem die Möglichkeit, Fragen aus dem Teilnehmenden-Chat zu beantworten, bevor sie das Wort an Klaus Schatz von KPMG Austria übergab.

Hyper-Automation in der Finanzbranche

IT-Experte Klaus Schatz beleuchtete in seinem Vortrag die „Automatisierung und Digitalisierung von Finanz-Prozessen“. Der Referierende konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf die technischen Möglichkeiten von Hyper-Automation und das Zusammenspiel von „Mensch und Maschine“. Klaus Schatz sieht in der Robotics Process Automation und der regelbasierten Automatisierung den Ausgangspunkt für die Hyper-Automation. Um seinen Vortrag zu illustrieren, zeigte er ein Video über einen vollautomatisierten Prozess im Finanzbereich. Schatz ist der Meinung, dass sich über Robotics viele monotone Abläufe abbilden lassen und bei Mitarbeitern auf diese Weise neue Kapazitäten freigesetzt werden. Der Referierende stellte zudem Ergebnisse einer Umfrage zur Digitalisierung im Finanzbereich vor, aus der abzulesen ist, dass in zehn bis 15 Jahren ein Großteil unserer Arbeit automatisiert ablaufen wird. Klaus Schatz ist zudem der Überzeugung, dass der Outsourcing-Ansatz durch Hyperautomatisierung überflüssig wird. Extern vergebene Tätigkeiten können zurückgeholt und von Maschinen erledigt werden. Doch zuvor müssen noch viele Automatisierungsbausteine wie Software, Bots und Mensch und Maschine miteinander verknüpft werden. Auch Klaus Schatz stellte sich den Fragen aus dem Chat, die Claudia Maron nach dem Vortrag direkt an ihn richtete.

Praxisbeispiel BASF

Ein Praxisbeispiel aus dem Chemie-Umfeld stellte Stefan Schnell vor, der bereits seit 22 Jahren für den Konzern BASF arbeitet. Als Senior Vice President und Head of Group Reporting & Performance Management kennt er fast jede Facette desUnternehmens und gab den Teilnehmenden einen detaillierten Einblick mit dem Vortrag „For a better Performance Managment – Beispiele für Künstliche Intelligenz bei BASF“. Er berichtete vom Upgrade der Controller bei BASF und stellte die vier unternehmensinternen Rollen vor: Business Partner, Guardian, Pathfinder und Service Expert.

Stefan Schnell blickte gemeinsam mit den Teilnehmenden zurück auf die ersten Schritte der Digitalisierung bei BASF – die Visualisierung von Daten, die im Controlling früh Einzug hielten. Dazu wurden Controlling Shared Services aufgesetzt und Power BI und Tableau integriert. Mittels Bookshelf Solutions fand BASF eine Balance zwischen Standardisierung und individuellen Lösungen. Auch das Etablieren von Digital Controlling Skills und Trainings ebnete der Digitalisierung den Weg.

Heute basieren die Forecasts auf dem System PACE (Predictive, AnalytiCS Estimate), ergänzt durch BASF Know-how. Stefan Schnell berichtete stolz, dass BASF für PACE 2020 sogar den ICV Excellence Award gewonnen hat. Bevor die Teilnehmende ihre Fragen stellen konnten, gab der Referierende noch einen Exkurs zu Nachhaltigkeit im Konzern.

Claudia Maron dankte allen Referierenden für ihre Beiträge und den Teilnehmende für die Fragen aus dem Chat.

 

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