“The Blogging CFO”

Warum um alles in der Welt bloggen denn CFOs? Gerade bin ich via Twitter (der ICV twittert unter @ControllingNews) auf einen lesenswerten Artikel auf der Unternehmens-Website von American Express gestoßen. Unter der Überschrift “The Blogging CFO” werden darin einige bloggende Finanzchefs US-amerikanischer Firmen und deren Motive zu bloggen vorgestellt. Dabei werden 4 Gründe für deren Tun genannt: 1. um das eigene Unternehmen zu promoten; 2. um Beziehungen zu knüpfen; 3. um zu netzwerken und zu lernen; 4. um an einen neuen Job zu gelangen.

Bloggende Controller sind nach meiner Kenntnis – im deutschsprachigen Raum – eher eine Seltenheit. Dabei würden die 4 Gründe sicher auch für sie zutreffen – und diese ließen sich noch ergänzen, z.B. um 5. um die Controlling-Philosophie zu verbreiten und zu erklären; 6. transparent zu machen, was Controller eigentlich tun; 7. aus dem Leben des Internationalen Controller Vereins (ICV) zu berichten.

Wem also bloggende ControllerInnen bekannt sind, der stelle doch bitte hier im Kommentar diese Blogs kurz vor. Ich bin gespannt!

5 Kommentare

  1. für die Menschheit wäre es nur ein kleiner Schritt, für die CFO’s hingegen ein großer. Oder anders ausgedrückt: In Deutschland wird es noch einige Zeit benötigen, bis wir in die Phase der Dehierarchsierung der Finanzwelt – auch mit Hilfe von transparentem Blogging aus den Unternehmen – eintauchen werden. Aber letztlich schwappt alles vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten irgendwann über den Teich, glücklicherweise marketingtechnisch in etwas moderaterer Form.

    Nicht jeder der bloggt, verrät etwas. Wenn aber die dazu heute vorhandenen Instrumente einschließlich einem fundierten Web Reputation Management sorgfältig genutzt und fortlaufend gepflegt werden, kann das CFO-Blogging durchaus ein produktiver Ansatz sein.

    Dies setzt aber eine konsistente Strategie zwischen Management und den Fachabteilungen voraus, in dessen nicht immer bequeme Mitte dazwischen sich der CFO letztlich befindet.

    Fazit: Tatsächlich besteht gerade in Deutschland in punkto “Controller-Philosophie” ein großer Nachholbedarf, auch was ein Controller eigentlich so den lieben langen Tag treibt.

    Ich selbst bin übrigens kein Controller, sondern Wirtschaftsjournalist, und würde derartige Aktivitäten hierzulande im Sinne einer vorsichtigen Öffnung bislang nach außen relativ hermetisch verschlossener Wissenswelten begrüßen. Daraus kann durchaus eine “win-win-win-Situation” im Beziehungsdreieck Unternehmen/Partner/Kunden entstehen.

  2. Typische rein nutzenorientierte Argumentation. Vielleicht gibt es auch noch weitere Gründe. Vielleicht haben CFOs auch einfach Lust zum Bloggen und intellektuelles Interesse an dem Austausch mit engagierten Kollegen. Herr Lochmaier und ich nennen das soziale Rendite.

  3. Hallo

    ich schreibe ein Blog zum Thema Controlling (www.pascalpeter.com). Die Idee dazu ist schon vor längerer Zeit entstanden und entsprang wie schon in einem Kommentar bemerkt aus reiner Lust heraus zu kommunizieren. Die Blogs sind hierzulande in der Tat sehr spärlich gestreut.

    Mit dem Sprung in die Selbständigkeit habe ich dann das Blog auch in die Tat umgesetzt. Angestellt in einem Unternehmen und gleichzeitig zu bloggen ist eine Gratwanderung, welche sicherlich schwierig ist. Die Meisten CFOs denken wohl, dass ein Blog in die Marketingabteilung gehört. Ein wirkliches CFO Blog in deutscher Sprache ist mir überhaupt nicht bekannt.

    Mehr Blogs zu sehen wäre schön, denn es bieten sich handfeste Vorteile an. Ist einem Bewerber die Philosophie klar (und es gibt in der Tat die unterschiedlichsten Führungsstile im Bereich Finanzen) kann schon mal die eine oder andere Fehlbesetzung verhindert werden.
    Die Kommunikation an verschiedenste Stakeholder kann schnell und einfach erfolgen, ebenso kann ein Feedback eingeholt werden. Dass mann seine DBs nicht im Detail veröffentlicht, versteht sich wohl von selbst.

    Die Hindernisse sind aber nicht leicht aus dem Weg zu räumen: manch ein Finanzchef versteckt sich doch ganz gerne hinter exklusivem Spezialwissen und versucht dadurch unentbehrlich zu wirken. Transparenz wird gerne gefordert, aber letztendlich doch lieber bei den Anderen (es “menschelt” doch überall auch bei uns ach so rationalen Finanzmenschen).

    Ein Vorkommentator bemerkte, dass es bei uns an Controlling Philosophie fehlt: das würde ich so unterschreiben. Es macht das Leben eines CFOs aber auch bequemer, da er sich auf die “technische” Seite des Geschäfts stürzen kann und weniger oft zwischen den Stühlen sitzen muss. Wer schreibt, der bleibt und dass kann gut sein, oder auch den CFO in Bedrängnis bringen.

    Ich für meinen Teil würde mich über mehr bloggende Kollegen sehr freuen. Probieren Sie es einfach aus – ein Blog ist schnell angelegt und kostet nichts. (www.wordpress.com oder http://www.blogger.com) Die Schüchternen unter uns können Blogs dort auch anonym betreiben.

    Pascal Peter

  4. Ohne Kommunikation ist kein gutes Controlling vorstellbar.

    Auf jeden Fall können grds. Positionen einem größeren Publikum erörtert werden. Und vielleicht eignet sich dieses Medium auch innerhalb eines Arbeitskreises, um untereinander in Kontakt zu bleiben. Darüber denken wir gerade nach im AK NORD II.

  5. Stephan Jockel :

    Stephan Jockel :
    Ohne Kommunikation ist kein gutes Controlling vorstellbar.
    Auf jeden Fall können grds. Positionen mit einem größeren Publikum erörtert werden. Und vielleicht eignet sich dieses Medium auch innerhalb eines Arbeitskreises, um untereinander in Kontakt zu bleiben. Darüber denken wir gerade nach im AK NORD II..

    @Stephan Jockel

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