Es grünt so grün… Grünes Controlling auf dem Vormarsch

Referenten: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth, Aufsichtsratsvorsitzender der Horváth AG und Geschäftsführer der IPRI gGmbH, Stuttgart, und Melanie Kreis, EVP Corporate Controlling, Deutsche Post AG, Bonn.

In der Formel zu Schaffung von nachhaltigem Unternehmenswert gibt es an jeder Stelle Möglichkeiten, durch “grüne Maßnahmen” den Unternehmenswert zu steigern:

Formel: Steigerung des Unternehmenswertes = Gewinn nach Steuern (Umsatz – Kosten) – Kapitalkosten (zu verzinsendes Kapital x WACC). Verschiedene Möglichkeiten an den verschiedenen Stellen dieser Formel werden dargestellt.

Eine grüne Strategie und ein grünes Geschäftsmodell umfassen insbesondere die Prozesse: Produktentwicklung, Produktherstellung, Produktnutzung, Produktentsorgung.

In fünf Stufen lässt sich eine ökologische Nachhaltigkeit erzielen:

1. ökologische Standards übertreffen

2. Wertschöpfungsketten nachhaltig gestalten

3. Umweltfreundliche Produkte entwickeln

4. neue Geschäftsmodelle einführen

5. neue Märkte schaffen

 

Die zentralen grünen Controllingaufgaben sind:

– Wirtschaftlichkeit der ökologischen Ausrichtung nachweisen und sicherstellen

– Grüne Zielerreichung monitoren und überwachen

– Transparenz für grüne Themen: Kennzahlen zur Planung, Steuerung und Kontrolle

Folgende Umweltcontrollinginstrumente werden überwiegend eingesetzt:

– Umweltchecklisten

– Umweltaudit

– Stoff- und Energiebilanzen

– Ökobilanzen

– …

Der ICV greift diese Themen auf mit dem Arbeitskreis “Green Controlling”: http://www.controllerverein.com/AK_Portrait.166684.html

Außerdem vergibt die Péter-Horváth-Stiftung den Green-Controlling-Preis, dessen Ausschreibungsunterlagen bis 31.08.2012 unter folgender URL heruntergeladen werden können:

http://www.controllerverein.com/Ausschreibung.297.html#Green%20Controlling-Preis%202012

Melanie Kreis, EVP Corporate Controlling, Deutsche Post AG, Bonn, erläutert anschließend als Vertreterin des Green Controlling Preises 2012 das DHL-Projekt “Carbon Accounting und Controlling bei Deutsche Post DHL”.

Die DHL wollte sich der Verantwortung stellen, den Ausstoß von 28,4 Millionen Tonnen CO2 aufgrund CO2-Footsprints von 2010 zu reduzieren.

Das Ziel war es, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 30 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2007 zu verbessern, mit dem Zwischenziel einer Verbesserung um 10% bis 2012.

Zunächst mussten die Prinzipien des normalen Finanzsystems auf das Carbon-Accounting zu übertragen: z.B. einheitliche Datendefinition und Informationsprozesse. Die Carbon-Accounting-Daten werden zusammen mit den finanziellen Berichten von den Tochtergesellschaften gemeldet und in das Konzerninformationssystem eingespielt.

DHL hat einen wichtigen Effizienz-KPI formuliert, der möglichst alles “CO2 improvement lervers” abbilden soll, die das Management steuern kann.

Er lautet: CO2-Footprint einer DPDHL-Dienstleistung (z.B. tatsächlicher Verbrauch) / Bezugsgröße für die Dienstleistung (kürzeste Distanz zwischen Start- und Ziel einer Sendung).

Nähere Infos unter: http://www.ipri-institute.com/pdfs/pressemeldungen/2011_11_24_GruenControllingPreis.pdf

 

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