ICV unterstützt Big-Data-Konferenz: Daten avancieren zum 4. Produktionsfaktor

Am vergangenen Donnerstag (25. September) war der Internationale Controller Verein (ICV) mit der SAP Veranstaltungspartner der Big-Data-Konferenz von Horváth & Partners in Stuttgart. Experten aus der Unternehmenspraxis und Big-Data-Dienstleister gingen der Frage nach, wie Unternehmen mit Big Data neue Erfolgspotenziale erschließen können. Am Vormittag hielt Prof. Thomas H. Davenport – Vordenker zum Thema Big Data & Analytics – einen Einführungsvortrag. Am Nachmittag stellten Experten von Bayer, Blue Yonder, GfK, Daimler Financial Services, SAP und Zalando den Einsatz von Big Data & Analytics in der Unternehmenspraxis dar.

„Unternehmen müssen in einem bis dato ungekannten Ausmaß und Tempo ständig neue Datenquellen anzapfen, auf der Suche nach Mustern, Ereignissen und Möglichkeiten“, so Thomas H. Davenport, IT-Experte und Professor am Babson College Boston. „Die statistische und mathematische Analyse hat es ja schon immer gegeben. Neu ist, dass der Datenstrom inzwischen dank der Digitalisierung explodiert und sich dabei im selben Maße dynamisch verändert.“

Die Strukturierung und Analyse wachsender, schnelllebiger und unsortierter Datenmengen erfährt laut Horváth & Partners einen enormen Bedeutungsgewinn und ist derzeit eines der meistdiskutierten Themen in den Managementetagen. Big Data verändere nicht nur Technologie und Managementprozesse, sondern wirke sich auch auf die grundlegende Ausrichtung eines Unternehmens und seiner Kultur aus. Unternehmen müssten mit dieser neuen Ressource daher auch den Blickwinkel auf betriebswirtschaftliche Abläufe ändern. In dem rasanten Zuwachs an immer neu generierten Daten steckt nach Experten-Meinung ein enormes Potenzial zur Steigerung der unternehmerischen Wertschöpfung.

Davenport teilte dieses Potenzial in vier Wertkategorien ein: Verbesserte und beschleunigte Entscheidungen, Kosteneinsparungen durch On-Demand-Wertflüsse, Optimierung von Produkten und Dienstleistungen sowie effektiveres Risikomanagement. Mit der systematischen Nutzung von Big Data ergeben sich so konkrete Chancen auf Qualitäts-, Rationalisierungs- und Umsatzvorteile, erläuterte der IT-Professor. Dabei können nicht nur Kosten, sondern auch wertvolle Zeit gespart werden.

„Aufgrund des facettenreichen Anwendungsgebiets ist Big Data für alle Unternehmensbereiche relevant – für F&E und die Produktion ebenso wie für Marketing und Controlling und erst recht für den CEO oder den CFO“, erläuterte Konferenzleiter Alexander Vocelka von Horváth & Partners. Um die in diesen Bereichen vorhandenen Potenziale auch erfolgreich heben zu können, brauche es neben dem technologischen Rüstzeug auch das dafür geeignete Personal. Für Davenport unterscheiden sich die für Big-Data-Initiativen benötigten Mitarbeiter von herkömmlichen Analysten. „Wir brauchen dafür Data Scientists. Sie haben eine starke mathematische Affinität, gehen mühelos mit Datenmodellen um und entwickeln die im Big-Data-Zeitalter alles entscheidenden Algorithmen, die strategische Entscheidungen vorbereiten und operative Entscheidungen zum Beispiel in der Preisfindung selbständig treffen und umsetzen“, so der Experte.

Dr. Lothar Burow, Head of Corporate Business Intelligence bei der Bayer AG, ging in seinem Vortrag der Frage nach, ob Big Data gleichsam automatisch „Big Value“ bedeutet. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung gelten Daten – neben Kapital, Arbeitskraft und Rohstoffen – als vierter Produktionsfaktor. Dabei unterschied er zwischen sensiblen Unternehmensdaten, „Community-Daten“ und externen Big Data, die sich durch ihre große Menge sowie Unstrukturiertheit und Schnelllebigkeit auszeichnen. Um Vorteile aus dieser Datenmenge zu ziehen anstatt von ihr „erschlagen“ zu werden, empfahl Burow die Anpassung bestehender Geschäftsmodelle und Entscheidungsparadigmen.

Seine Eindrücke von der Stuttgarter Big-Data-Konferenz hat auf der Big-Data-Seite dieses Blogs Hansjörg Bühler, Head of Controlling der Vitrashop Management AG, aufgeschrieben. Er hatte mit einem ICV-Tagungsticket als Dankeschön für sein Engagement im ICV-Fachkreis “Business Intelligence & Big Data” an der Big-Data-Konferenz teilgenommen.

BigData_Horvath_Davenport_Gaensslen

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth, Thomas H. Davenport und Siegfried Gänßlen (v.l.n.r.) auf der Big-Data-Konferenz in Stuttgart.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert