Dr.-Ing. Sebastian Schlund, Leitung Competence Center Produktionsmanagement des Fraunhofer Institut, Stuttgart, schildert zunächst die treibenden Kräfte hinter Industrie 4.0. Die Digitalisierung verändert unsere Welt. Treibender Faktor ist die Vernetzung (Internet of Everything, Cloud, Sensoren, Wireless and Mobile). Die tatsächliche Nutzung von Mobilgeräten in der Produktion beginnt gerade erst. Ein weiterer treibender Faktor sind Data Based Systems (Autonomik, Simulation, …). Weitere Treiber sind Soziokulturelles (Individualisierung, Community, demografischer Wandel, Generation Y, …), ökonomische Geschäftsmodelle, …

Industrie 4.0 ist die Digitalisierung der industriellen Wertschöpfung. In diesem Thema wird auch eine duale Strategie verfolgt. Über diese Initiative soll Deutschland als Leitmarkt und als Leitanbieter etabliert werden. Es geht um folgende Themenbereiche: Mobilgeräte, MES, Embeddeds, Mobil Robotik, Steuerungstechnik, Automatisierung.

Momentan liegt der Schwerpunkt im Bereich Prozesseffizienz.

Prozesseffizienz ist die höchste Erwartung an Industrie 4.0 durch vernetzte Maschinen (M2M), Supply Chain, …)

Die Erwartung hat sich im Moment von der Umsetzung ent koppelt.

Durch Industrie 4.0 wird sich der Arbeitsablauf ändern: es gibt individualisierte Produkte, montagewirksamen Varianten werden zunehmen, Ansprüche an Flexibilität von Menschen und Maschinen, Lieferzeiten und Bestellmengen nehmen ab (“Amazonierung”).

Die Schwankungen im Personalbedarf werden sehr viel kurzfristiger: im Tages- und Stundenraster.

Industrie 4.0 erlaubt auch eine bessere Ergonomie am Arbeitsplatz sowie bessere Instandhaltungs- und Assistenzsysteme (z.B. über eine Datenbrille funktionsnah lernen).

VW testet zurzeit in einem abgeschlossenen Bereich die Datenbrille mit Assistenzsystemen auf Produktionstauglichkeit. Die Technologie ist noch nicht ganz reif (Wärmeentwicklung und Akkulaufzeit). Auch die psychologischen Auswirkungen auf den Mitarbeiter sind noch nicht abschließend erforscht.

Ein weiteres Anwendungsfeld ist das kontextsensitive Arbeitsumfeld, z.B. im Fujitsu-Werk in Augsburg: unterschiedliches Licht, Berechtigungen, Materialzufluss am Arbeitsplatz, in Abhängigkeit von der Tätigkeit und vom Alter des Mitarbeiters.

Ein weiterer Anwendungsfall ist der Leichtbau-Roboter, die sich im Kaufpreis in letzter Zeit um den Faktor 4 reduziert haben, und evtl. schon ab 20 T€ zu erwerben sind.

Auch ein Anwendungsgebiet ist die dezentrale Arbeitsorganisation. Hier könnte ein Schicht-Google eingeführt werden, z.B. um die Synchronisation von zusätzlichen Schichten zu verbessern: Qualifikation der Mitarbeiter, Verfügbarkeit der Mitarbeiter, benötigte Kapazität und verfügbare Ressourcen.

Durch mobile Robotik und künstliche Intelligenz wird es auch Einflüsse auf den Beruf des Controllers geben.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.