Am 11. Juli las ich über der Titelgeschichte der Financial Times die Schlagzeile “Oetker kündigt Zukäufe an”. Es ist faszinierend, wie dieses Familienunternehmen, das sehr innovativ, marketing- und controlling-orientiert ist, gegen jeden Berater- und Börsentrend, nicht zur Konzentration, sondern weiter zu Diversifikation in den Bereichen Pizza, Pudding, Pötte und Bier neigt. Eines der Erfolgsrezepte nennt Dr. August Oetker in dem Interview, das auch Controller, insbesondere in heterogenen Unternehmen, unterstützen können. Zitat: Eine enge Kooperation oder gar die Zusammenlegung von Sparten lehnte der Konzernchef ab. “Wir betrachten die Sparten der Gruppe als weitgehend eigenständig. Die eigene Identität jeder Sparte ist ihre Wachstumsquelle”, sagte Oetker. “Um voneinander zu lernen, reicht eine gute Nachbarschaft.”

Wichtig ist nicht der Wettbewerb der Sparten untereinander, sondern der sportlich Wettkampf gegen die Mitbewerber. Innerhalb einer Unternehmensgruppe sollte es eine gute Nachbarschaft geben. Gelobt und belohnt wird, wer dem Nachbarn hilft. Im Englischen wird dieses Verfahren aus Sicht der Muttergesellschaft als “Parenting Advantage” bezeichnet. Es sind Vorteile aus der Eltern-, Geschwister- bzw. Nachbarschaft zu schaffen.

Auf gute Nachbarschaft!

Manfred Grotheer

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