Mit einem Erfahrungsbericht “Das Planungs- und Steuerungssystem der Kapsch Gruppe” wird die #cis2017controlling in Steyr nach einer äußerst kommunikativen ersten Kaffeepause jetzt fortgesetzt.

Dr. Franz Semmernegg, Vorstandsvorsitzender Kapsch BusinessCom AG, Wien, zeigt, wie das 125-jährige Traditions- wie Technologieunternehmen gesteuert wird.  Semmernegg gewährt “Insights” in wesentliche Eckpunkte der strategischen Planung und Budgetierung seiner Unternehmensgruppe: bei Akquisitionen, Spaltung der Unternehmensgruppe, Forschung und Entwicklung, Portfolio-Analyse (“Produkt-Pipeline muss gut gefüllt sein”), bei strategischer Planung von Markteintritten (die wichtigsten damit verbundenen Fragen), bei der Entwicklung zum Global Player (Kapsch: “vom Systemintegrator zum Operator”), beim Budgetprozess. Er spricht über “Spitzenkennzahlen und Reporting”: Umsatz, Contribution Margin 1, Finanzplanung, Headcount sowie “EBIT bereinigt”, EBIT-Marge (bereinigt), Nettoverschuldung, Bilanzsumme und Eigenkapitalquote, Reporting des Bestandsgeschäfts… Dr. Semmernegg widmet sich zudem dem Thema Organisation und Verantwortung. Dabei bezeichnet er die Rolle des CFOs als “Sparringspartner des CEO”. Der Referent bekennt in seiner Zusammenfassung: “Ich habe Zahlen gerne. Und ich habe mich schon immer sehr für das Geschäft interessiert. Mit beidem muss man vertraut sein. Das ist Voraussetzung, um mit den Menschen in den Bereichen überhaupt sprechen zu können.”

Tagungsleiter Prof. Losbichler würdigt im Anschluss den Vortrag als “tiefsinnig, mit ironischer Note”, der eine starke strategische Prägung gezeigt hat.

Kostencontrolling in der Restrukturierung bei MAN Truck & Bus

Besonders tiefe Einsichten gewährt der Vortrag von Thomas Röttgen, Geschäftsführer Finanz, MAN Truck & Bus Österreich GesmbH, Steyr, “Kostencontrolling in der Restrukturierung”. Tagungsleiter Prof. Losbichler weist in seiner Moderation auf eine ganz spezielle Situation des Referenten hin: Er hatte in der Zentrale den Restrukturierungsprozess entwickelt – und hatte diesen dann als operativer Geschäftsführer auch umzusetzen.

Röttgen stellt das Unternehmen vor, geht dann auf die Ausgangslage (Auslastung, Ergebnissituation und Erwartung) ein. Er beschreibt offen die vielfältigen Problemstellungen, wie etwa das Verhältnis von Unternehmensinteresse und Mitbestimmung (“Jeder Standort war betroffen”). Laut Röttgen musste in dem Restrukturierungsprojekt der Fokus u.a. gelegt werden auf die Einbindung der Mitbestimmung, die Einhaltung einer “industriellen Logik”, den Abschluss von Standortvereinbarungen, die Freisetzung von Mitarbeitern nur im beiderseitigen Einverständnis wie auch auf ein zentrales Projektmanagement zur Koordination.

In seinem Vortrag widmet er sich dann der Planung aus der Sicht des „Zentralisten“ und beschreibt Umsetzung sowie aktuellen Status. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Restrukturierung fasst Röttgen zum Schluss zusammen: positive Kommunikation von Meilensteinen in Wort und Bild an Mitarbeiter; Bewusstsein von Projekt- und Kostenverschiebungen; regelmäßige Jour-fix-Termine auf Managementebene; den Blick auf das Ganze behalten; positive Einbindung der Mitbestimmung; erfolgreiche Meilensteine müssen gefeiert werden.

Tiefe Einblicke – echte “Insights” – auch in diesem Vortrag der “Controlling Insights Steyr”!

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