Jetzt steht mit Jannis Friedag ein junger Referent am CIS-Rednerpult, der seit über zehn Jahren in der Berliner Startup-Szene unterwegs ist; zu Beginn als Berater, dann als Controller bei Europas größtem Online-Optiker Mister Spex, jetzt Geschäftsführer der ABDEA GmbH, Berlin. Er leitet im Internationalen Controller Verein (ICV) gemeinsam mit Dr. Jörg Engelbergs, VP Controlling der Zalando SE, den Fachkreis “Startup Controlling”. Jannis Friedag spricht über das “Controlling digitaler Geschäftsmodelle”.

Er gewährt Insights in Fragen, wie “Wie viel Daten haben führende Unternehmen heute zur Verfügung?” Das digitale Geschäftsmodell erlaubt oft die Erfassung von allen wesentlichen Daten. Es gehe darum diese Daten auszuwerten – zu reporten und zu analysieren – und vor allem gehe es darum mit Hilfe der Daten zusätzliche Umsätze zu generieren. Hier bestehe eine große Chance für die Datenspezialisten Controller. Das Theme Predictive Analytics – Anspruch und Wirklichkeit – zeigt er an einem Praxisbeispiel, bei dem die Verkaufraten kurzer Hosen erhöht worden sind. Auch selbstkritische Töne klingen an: Wir müssen überlegen, ob wir alles messen und zu allem Daten sammeln müssen.” Jannis Friedag ist überzeugt: “Das Controlling steht vor spannenden Zeiten.” Er begründet seine These: Zum einen sieht er “Daten als wesentlichen Treiber im digitalen Geschäft” und meint: “Neue Analysemethoden und Tools kombiniert mit Datenverfügbarkeit ermöglicht ganz neue Optimierungen.”

EU-DSGVO: “Strafprävention keine gute Motivation”

Der Vortrag von Jannis Friedag ist die Steilvorlage für das nun auf dem Podium folgenden Gespräch der Wirtschaftsredakteurin Susanne Dickstein, Oberösterreichische Nachrichten, mit Mag. Andreas Obermüller, Geschäftsführer der VACE Group. Thema: “Controlling und die neue EU-Datenschutzgrundverordnung”. Höchst brisante, aktuelle Fragen kommen nun zur Sprache: Was wird ab Mai 2018 mit der neuen Verordnung auch im Controlling noch möglich bzw. nicht mehr erlaubt sein? Wo gibt es Hilfe, die technischen und organisatorischen Anforderungen der EU-DSGVO umzusetzen?

Obermöller steigt mit einem interessanten Ansatz ein: “Strafprävention ist keine gute Motivation für die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung.” Man sollte die darin steckenden Chancen sehen; z.B. ließe sich mit der Umsetzung der neuen Verordnung kostbares Vertrauen im Markt bilden. Warum nicht?: “Datenschutz als Differenzierungsmerkmal nutzen!” Eines von vielen Diskussionsthemen ist im Gesprächsverlauf die “Anonymisierung von Daten”: Profiling und Scoring dürfte so also nicht mehr möglich sein, verstehe ich…

Gut, dass dieses wichtige Thema auf die CIS-Agenda gesetzt worden ist!

 

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