Nach der Krise ist vor der Krise

Dr. Eric Strutz, Chief Financial Officer, Commerzbank AG, Frankfurt/Main, berichtete, dass die Krise für den Bankenbereich noch nicht vorbei ist. Das sei u.a. daran zu erkennen, dass Kredite, veranlasst durch einige mediterrane Länder, wieder teurer werden, insbesondere wenn es um langfristige Kredite geht.

Zunächst berichtete er über die Geschichte der Subprime-Krise. Anschließend erläuterte er die aus der Krise resultierenden Herausforderungen an die Banken:

1. Das Managen in Zeiten illiquider Märkte.
2. Die Anforderungen an das Rating strukturierter Produkte müssen angepasst werden.
3. Das Risikomanagement von Produkten mit gleichzeitigem Markt- und Kreditrisiko ist zu verbessern.
4. Es ist eine stärkere Kombination von statistischen Modellen und Expertenwissen vorzunehmen.
5. In Krisenzeiten ist CDS-Spread (Credit Default Swap) wichtigster Hebel zur Sicherung der Geschäftstätigkeit.

Um möglichst gute Kreditzinsen zu bekommen, ist es aus Bankensicht besonders wichtig, dass die Kreditnehmer ihre Cashflows möglichst gut planen können. Je schwieriger es für Unternehmen ist, ihre Cashflows zu planen, desto schwieriger ist es für Banken, die entsprechenden Kredite mit Kapital zu hinterlegen. Besonders schwierig ist zurzeit die Finanzierung langfristiger Projekte (z. B. über 8 Jahre). Daher sind von den Unternehmen insbesondere transparente Businesspläne bei der Kreditbeantragung vorzulegen. Der Banker wäre in dieser Phase auch als Berater zu sehen. Schließlich müssen die Finanzabteilungen der Unternehmen flexibler werden, da die Zinsen für Kredite nach der Krise volatiler werden. Immer wichtiger für die Kreditaufnahme wird das richtige Timing.

Mit IFRS und Basel II ist es zunehmend schwieriger, eine Bank zu steuern, da beide “Normen-Systeme” eher prozyklisch sind. Eine weltweit tätige Bank hat bereits jetzt ca. 3 Millionen Anweisungen zu befolgen. Es braucht daher für die Banken nicht weitere, sondern schlauere Regulierung.

 

 

 

 

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