Prognosen gewollt pessimistisch

Ich bin ein Fan von Infografiken. Am Mittwoch hatte das Handelsblatt eine “Grafik des Tages” gedruckt, die ich ganz besonders bemerkenswert fand. “Traurige Konzern-Orakel” war die Doppelseite überschrieben und der Einleitungstext verkündete: “Wenn Unternehmen Vorhersagen für ihre eigenen Geschäfte veröffentlichen, sollten Anleger skeptisch sein. Denn am Ende sind die Zahlen oft besser – die Prognosen im Rückblick zu pessimistisch.” Laut Handelsblatt sind bei Dax, MDax sowie TechDax-Konzernen im Schnitt die Prognosen beim Gewinn um 4,7% und beim Umsatz um 1,6% zu gering. Zwei von drei Vorhersagen seien zu pessimistisch. (Aber: Konjunkturprognosen, heißt es dort, seien hingegen “meist zu optimistisch.”)

Äußerst knapp fällt auf der Doppelseite die Erklärung aus. Die Konzerne wollten die Märkte lieber positiv als negativ überraschen, heißt es lapidar.

Stimmen Sie, liebe ICV-ControllingBlog-Leser, dieser simplen Begründung zu? Gibt es da Unterschiede zwischen börsennotierten und anderen Unternehmen? Welche Rolle spielen Controller bei der Erarbeitung der “pessimistischen” Vorhersagen? Haben so getrimmte Prognosen Auswirkungen auf die Unternehmenssteuerung?… Schreiben Sie Ihre Meinung bzw. Erfahrung hier als Kommentar!

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