Marcel Gnoth, Senior Manager Financial Planning&Analysis, AIDA Cruises, Rostock

Von der Strategie zum Plan – Denken in Szenarien: Die Reederei ist sehr stark Asset-getrieben. Wann werden welche Schiffe in Dienst gestellt? Die Werft-Slots sind begrenzt. Wo sollen die zukünftigen Zielgebiete sein. Welche Kundengruppen wollen wir wie bedienen. Kleinere Schiffe sind Explorationsschiffe. Dieses ist der Strategy-to-Product-Prozess (S2P). Dieser Input führt zu konkreten Produkten bzw. Fahrplänen. Welche Liegeplätze sind frei? Gibt es Abfertigungskapazitäten? Auch in der Reederei gibt es Multi-Channel-Vertrieb. Das Controller-Team arbeitet eng mit dem Sales-Team zusammen. Was sind die Sales-Strategien? Auch der Buchungsstatus wird täglich ausgewertet. Schließlich kommt der Kunde an Bord (B2C).

Seit 2015 besteht eine Shared Services Organisation (Einkauf, IT, HR, …). Für die Marken besteht eine eindeutige Verantwortung. So entstand eine Matrix-Organisation. Es wird eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung, möglichst verursachungsgerecht, von den Shared-Services zu den Brand-Einheiten durchgeführt.

– Commercial Analytics in der Praxis: Commercial Analytics (CA) reichert die Zuständigkeit des Finanzbereiches an und wurde als separate Einheit im Bereich “Finanzen” integriert, eng verbunden mit der Controlling-Unit. Die Finanzfunktion gliedert sich in Accounting, Reporting, Controlling (Forecasting, Szenario-Planning, Business-Cases, Consolidation Brand/Group) u. Commercial Analytics.

– Die Finanzfunktion im Wandel: Verbindung von Forecasts und Szenarien mit Treibern; man möchte in Echtzeit steuern; es ist angedacht, sich zukünftig von der Bottom-Up-Planung zu verabschieden und durch Anwendungen aus dem Bereich “Predictive Analysis” in Kombination mit Expertenmeinungen zu ersetzen. Für langfristige “Top-Down-Bottom-Up-Diskussionen” ist keine Zeit mehr vorhanden.

– Das finanzielle Ziel ist nicht diskutabel. Diskutierbar ist dabei nur das Risiko der Zielerreichung.

– Weitere Themen: Robotic process automation (RPA), weitere Intensivierung der Vorschauperspektive, verbesserte Zusammenarbeit mit den Fachbereichen, Zero-Base-Budgeting.

– Treiberbasierte mittel- und langfristige Planung: Zielsetzungen: schneller, effizienter, Excel-Ablösung, bessere Datenqualität, zukunftsorientierter. Es wurde sich für ein Produkt von Valsight entschieden. Szenario-Manager-Funktion, Dashboards und Treiberbasierung war möglich. Die gesetzten Ziele zur Verbesserung der Mittel- und Langfristplanung wurden erreicht. Das Programm wird von 2 Mitarbeitern betreut, wobei 1 Mitarbeiter als Backup funktioniert. Bei einem BARC-Wettbewerb im Bereich “Business Intelligence und Analytics” gehörte diese Lösung zu den Finalisten im Jahr 2017.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.