Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, Direktor, Institut für Management und Controlling (IMC) an der WHU – Otto Beisheim School of Management, Vallendar, Vorsitzender des Kuratoriums des ICV, verleiht den “ICV Controlling Excellence Award 2018” an die Robert Bosch GmbH, Division Powertrain Solutions (Diesel Systems), Stuttgart, für die Lösung “Big-Data-basierter Ansatz zur Optimierung des Net Working Capital bei Bosch Powertrain Solutions”.

Die Jury des Internationalen Controller Vereins (ICV), geleitet von Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber hatte drei Kandidaten für den Award nominiert: Brau Union Österreich AG, Linz; Robert Bosch GmbH, Division Powertrain Solutions (Diesel Systems), Stuttgart; Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek), Berlin. Nominierungen und Entscheidung für den Sieger waren eine schwierige Aufgabe, berichtet Professor Jürgen Weber, denn “die Qualität der Einreichungen war in diesem Jahr so hoch wie noch nie”. Als Sieger wurde schließlich “eine richtungweisende Lösung aus dem Themenfeld ‚Digitalisierung’ gekürt, das für die gesamte Controlling-Community überaus aktuell ist”, so die Jury.

Die Sieger-Lösung der Robert Bosch GmbH: Die Robert Bosch GmbH, Powertrain Solutions, hat mit der Lösung, “Big-Data-basierter Ansatz zur Optimierung des Net Working Capital bei Bosch Powertrain Solutions”, den “ICV Controlling Excellence Award 2018” gewonnen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern sich immer schneller und stellen das Controlling auch im Geschäftsbereich Powertrain Solutions der Robert Bosch GmbH vor die Herausforderung, Controlling-Methoden und -Prozesse adäquat anzupassen. Um Controller entsprechend dem eigenen Controller-Leitbild als Business-Partner zu etablieren, müssen Effizienzsteigerungen und ein höherer Automatisierungs-grad in den Basisprozessen erzielt werden. Aus diesen Gründen wurde im Geschäftsbereich Powertrain Solutions eine Digitalisierungs-Roadmap erarbeitet, die bis 2021 den flächendeckenden Einsatz von Big-Data-Tools im Controlling zum Ziel hat. Dies erforderte neben der Anpassung der IT-Infrastruktur zusätzliche Kompetenzen bei den Controllern im Umgang mit Big Data. Darüber hinaus waren schließlich organisatorische Anpassungen in Bezug auf die dauerhafte Zusammenarbeit in cross-funktionalen Teams zur Analyse und Bearbeitung der Ergebnisse aus den Big-Data-Anwendungen erforderlich. Um Erfahrungen mit der Nutzung von Big Data und den sich daraus ergebenden Herausforderungen am praktischen Beispiel sammeln zu können, wurde 2017 ein erstes Projekt mit einem Big Data & Analytics Tool gestartet. Dies hat eine bis dahin bestehende Lücke im Controlling im Umgang sowie der damit verbundenen Working-Capital-Optimierung durch moderne Algorithmen geschlossen. Das Projekt hat dadurch bereits Zielkonflikte innerhalb des Working Capital aufgedeckt, realisierbare Potenziale analysiert sowie Erfahrungswerte der Mitarbeiter in der Arbeitsweise mit BI-Tools festgehalten. Anhand der tagesaktuellen, detaillierten Daten aus dem Big Data & Analytics Tool kann Bosch Powertrain Solutions nun Potenziale aufdecken und mithilfe von Alert-Funktionen bei Abweichungen mit den betroffenen Fachabteilungen zeitnah gezielt gegensteuern.

Die nominierte Lösung der Brau Union Österreich AG: Als Preisträger nominiert war die Lösung: “KPI (Key Performance Indicator) Framework in der Supply Chain der Brau Union Österreich AG”.

Die Controller als Business Partner in der Brau Union Österreich AG wollen das finanzielle Wissen ihrer Managementpartner und deren Abteilungen erhöhen und so die Zusammenarbeit im Unternehmen, besonders in der Supply Chain, fördern. Dazu wurde ein Werkzeug geschaffen, mit dem alle Beteiligten ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg erkennen und Steuerungsgrößen identifizieren können. Damit wird auch das Verständnis für finanzielle Daten in operativen Bereichen weiterentwickelt. Das KPI Framework ist im Governance Cycle integriert und somit fixer Bestandteil für die Steuerung der Supply Chain auf verschiedenen Ebenen. Es ist nicht nur der erste Bericht in der Supply Chain, der Produktions- und Logistikkennzahlen miteinander verknüpft; vielmehr verfügt die Supply Chain damit nun auch über eine übersichtliche Darstellung logischer Verknüpfungen der Kennzahlen. Dadurch werden Ursache-Wirkungs-Betrachtungen je Kennzahl möglich und Mitarbeiter können ihren Beitrag zum Unternehmensergebnis nachvollziehen. Jeder in der Supply Chain, vom SC-Direktor bis zum Mitarbeiter auf Shop-Floor-Ebene, kann von diesem Bericht profitieren und sich zusätzliches finanzielles Wissen aneignen. Das Framework wird in den meisten steuerungsrelevanten Bereichen der Supply Chain eingesetzt.

Die nominierte Lösung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek): Für den Award nominiert war die Lösung: “GKV-Planungstool als Controllinglösung des vdek zur Planung der Finanzentwicklung in der Gesetzlichen Krankenversicherung”.

Das GKV-Planungstool hat der vdek beauftragt und die Barmer federführend als Gemeinschaftsprojekt aller Ersatzkassen – Barmer, Die Techniker, DAK Gesundheit, die Kaufmännische Krankenkasse, die HEK Hanseatische Krankenkasse und der hkk Handelskrankenkasse Bremen – erstellt. Die Krankenkassen brauchen ein Instrument zur Finanzplanung. Die kassenindividuelle Planung muss mit einer Planung der Finanzentwicklung für die GKV flankiert werden, da diese die Grundlage auch für die Finanzentwicklung der Einzelkassen ist. Genau das bietet die nominierte Lösung. Mit dem neuen GKV-Planungstool ist es dem Projektteam gelungen, ein Tool und einen Gesamtprozess zu kreieren, in den nahezu alle Informationen einfließen, die das Krankenversicherungssystem in der Bundesrepublik betreffen. Als zentrale Größe wird dabei in einer Mittelfristplanung der von den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern zu zahlende kostendeckende Beitragssatz ermittelt. Das Herzstück der Controllinglösung bilden die vollkommen neuartigen Financial Scoreboards, die die Finanzausstattung des Gesamtsystems in allen Bereichen auf Kennzahlenebene umfassend beschreiben. Das GKV-Planungstool liefert als zentrale Information den kostendeckenden Beitragssatz für die GKV. Dieser wird dann vor allem auf Einzelkassenebene verwendet, um kurz- und mittelfristige Finanzplanungen zu erstellen und Preisstrategien zu entwickeln. Darüber hinaus werden die Ergebnisse sowohl für die politischen Diskussionen im Krankenversicherungssystem als auch für ein verbandsinternes Frühwarnsystem und einzelkassen-spezifische Wettbewerbsbestimmungen benötigt.

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